FSK6 Harold and Maude

CD-i
Harold and Maude

Ist es verrückt, dass ein Achtzehnjähriger sich in eine fast Achtzigjährige verliebt? Ist es normal, wenn eine Mutter sich derart immer nur mit sich selbst beschäftigt, dass der Sohn zu Selbstmordaktionen greifen muss, um – vergebens – auf sich aufmerksam zu machen? Die normalen Irren und die irren Normalen kommen sich in diesem Film ständig in die Quere. Es geht um die außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Harold, einem jungen Mann aus reichem Hause, 18 Jahre, und Maude, einer verwitweten Gräfin, 80 Jahre. Konträr nicht nur das Alter, auch beider Lebensauffassungen könnten gegensätzlicher nicht sein. Während Harold vor lauter Lebensüberdruss seine dominante Mutter und die von ihr für ihn bestellten Heiratskandidatinnen mit kunstvoll inszenierten Selbstmordaktionen schockiert, ist Maude eher eine fröhliche Anarchistin. Sie „leiht“ sich Autos aus, wenn sie sie gerade braucht, entführt kranke Seehunde und kranke Bäume und tut überhaupt, was sie für richtig hält, ob es erlaubt ist oder nicht. Und siehe da – auch als gesetzestreuer Bürger findet man, zur eigenen Verblüffung, dass sie vollkommen Recht hat. Wie Harold geht auch Maude mit Vorliebe auf Beerdigungen. Hier treffen beide – die Lebenslustige und der Lebensmüde – das erste Mal zusammen und empfinden rasch Zuneigung füreinander...

Kritik

If you want to sing out, sing out…
And if you want to be free, be free…

Hmm es ist schwer diese Kritik zu beginnen. Fangen wir mit meinem ersten Eindruck nach dem „Sehen“ des Films an: Ich bin fröhlich. Selten hat mich ein Film emotional so berührt wie Harold and Maude, selten habe ich mich so gut gefühlt bei einem Film.

Harold and Maude collagiert ein wenig die gesellschaftliche Haltung der Amerikaner nach Vietnam wider. Mit Liebe und Frohsinn kann man auch Kriege gewinnen. Kriege gegen Ignoranz, gehen Bürokratie und Kriege gegen seine eigenen Depressionen.

Dieser Film schafft meines Erachten die Brücke zwischen Komödie, Romanze, sozialkritischen Film und Drama. Wenn der Zuschauer am Ende droht in ein tiefes Loch zu fallen, wird er auch schon wieder durch Zuversicht aufgefangen. Aber seht selbst…

Es fällt mir schwer etwas strukturiertes über diesen Film zu schreiben, da er nicht über tolle Technik wirkt, sondern rein über das Gefühl. Ebenfalls wird dieser Film arg über die Musik getragen. Hier möchte ich ohne weiteres behaupten, dass wir es hier mit einem der besten Filmsoundtracks aller Zeiten zu tun haben. Kaum ein Film bindet seine Musik so effektiv ein wie Harold and Maude.

Fazit: Ein Film für jeden Filmliebhaber und die, die es noch werden wollen. Wirkt wie eine Schachtel Pralinen auf die meisten Frauen: Er macht glücklich.

Ach ja: Am Ende spreche ich eine Ohrwurmgarantie für diesen Film aus.

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